Asiatische hornisse - VESPA VELUTINA
Nach Einschätzung der Entomologen werde sie sich
- nur in wärmen Gebieten ausbreiten
- nicht in die Mittelgebirgsregionen vordringen
- keine Bienenvölker abtöten
- keine heimischen Arten gefährden
- …
Aber die Asiatische Hornisse ist keine harmlose Randerscheinung. Sie breitet sich nicht nur in besonders warmen Regionen aus, sondern wird inzwischen auch in Hessen deutlich weiter nördlich und bis in Mittelgebirgslagen nachgewiesen. Sie steht als invasive Art auf der Unionsliste der EU, weil von ihr Risiken für die biologische Vielfalt ausgehen können. Für die Imkerei ist sie ebenfalls relevant: Honigbienen gehören zu ihren häufigen Beutetieren. Gleichzeitig gilt: Nicht jedes Volk wird automatisch geschädigt oder vernichtet. Umso wichtiger sind eine sachliche Einordnung, frühe Meldungen von Sichtungen und ein abgestimmtes Vorgehen vor Ort.
Beheimatet ist sie im Asiatischen Raum und wurde vermutlich mit Fracht in Nordspanien eingeschleppt. Ihre Ausbreitung von dort erfolgte in wenigen Jahren über Nord-Spanien, Nord-Portugal, gesamt Frankreich und wurde bereits 2014 in Heidelberg gesichtet. Ihre Verbreitung schreitet zusehens fort und Völker wurden in diesem Jahr (2022) vermehrt im Raum Odenwald -Lorch, Worms, Heppenheim- gemeldet.
Seitens der Imkerverbände soll hier geschlossen gegengesteuert werden, wie es bereits in Rheinland Pfalz der Fall ist.
Warum ist die Imkerschaft aufgebracht?
Eine Imkerin aus Frankreich berichtete über Imkereien, die der Asiatischen Hornisse nichts mehr entgegenzusetzen hatten und ihre Imkerei aufgegeben mussten!
Was sind die Probleme mit der Asiatischen Hornisse für unsere Bienen, aber auch andere heimische Insekten?
- die Hornisse fängt zunächst die Flugbienen vor dem Stock
- Jagd oftmals -im Gegensatz zu der einheimischen Art- mit mehreren Tieren gleichzeitig vor dem Stock
- wenn keine Flugbienen mehr da sind, begibt sie sich in den Stock zum Plündern – dagegen kann ein Mäusegitter helfen
- die Bienen fliegen nicht mehr aus, man erntet kaum noch Honig
- schwache Völker sind besonders gefährdet.
Eine besondere Gefahr der Völkerverluste besteht im Herbst und Spätherbst!
Aktive Tiere wurden noch Anfang Dezember in Nestern entdeckt. Dass die Hornisse sich in die Völker begibt, während unsere Bienen schon in der Wintertraube sitzen, ist zu befürchten.
Ihre weitere Ausbreitung sollte nicht unterschätzt werden
- in einem Nest werden mehrere hundert Königinnen heranwachsen
- im Folgejahr entstehen bis zu 5 neue Nester
- sie ist sehr anpassungsfähig
- sie wurde in Höhen von über 500m in der Schweiz entdeckt
- ihre Ausbreitung kann 60-80km pro Jahr betragen
- durch Windeinfluss sind weitere Kilometer in der Ausbreitung zu befürchten
- sie sind weit in den Winter Dezember/Januar noch aktiv
- die Nestgründung erfolgt schon im Januar – März
- 12 – 15 Nester können auf einem Quadratkilometer existieren.
Ihre Ausbreitung kann durch Warenverkehr noch beschleunigt und in unvorhersehbare Gebiete erfolgen.
Maßnahmen des Artenschutzes
In Hessen entscheidet die Obere Naturschutzbehörde über die Maßnahmen des Artenschutzes (EU-VO aus 2014 – … Prävention und Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Arten …) und stellt auch die Gelder dafür zur Verfügung. Diese ist in den Regierungsbezirken Kassel, Gießen, Darmstadt ansässig.
Bei Fragen kontaktieren Sie gerne Kontakt auf:
Ralf Siebenberg – 0152733743246
Meldeportal oder Meldeformular unter:
Meldungen bitte immer mit Foto des Fundes!
Versuchen Sie niemals Nester selbst zu entfernen!

